Einer der Sachen, die ab der 1. Klasse immer wichtiger werden, ist die Konzentration. Heute werde ich ein paar wichtige Worte dazu schreiben und morgen wird es dann um das letzte Phänomen gehen, dass die Schullaufbahn unentspannt werden lässt.
Herleitung
Das Wort concentrare stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „verdichten“.
https://www.wortbedeutung.info/concentrare/
Wenn ein Mensch sich konzentriert, dann verdichtet er seine Anstrengung, die vor ihm liegende Herausforderung zu lösen. Diese Herausforderung oder die Problemlösung kann unterschiedlicher Art sein: Es kann sein, dass ein schwierige Mathetextaufgabe gelöst werden soll oder ein Aufsatz geschrieben werden soll. Oder man sollte sich aufs Lernen konzentrieren, da eine Klassenarbeit ansteht. Manche Arbeiten brauchen eine gewisse Konzentration. Wenn jemand sich konzentriert, dann verdichten sich seine Gedanken manchmal so, dass sein Kopf für die Außenwelt nicht mehr ansprechbar ist. Seine Gedanken sind buchstäblich beim der Herausforderung angedockt und kein anderer Gedanke hat mehr Platz.
Wikipedia spricht von einer geistigen Anstrengung, die getätigt wird, wenn man sich konzentriert.
https://de.wikipedia.org/wiki/Konzentration_(Psychologie)
So wird zumindest die Definition für den Begriff „Konzentration“ in der Psychologie gesehen.
Konzentration in der Vorschule
Von Vorschulkindern wird auch oft verlangt, dass sie sich schon lange konzentrieren können. So zumindestens 30 Minuten sollten sie- wenn es nach manchen Erwachsenen geht- an einer Aufgabe sitzen können und sie bearbeiten können. Doch ist das überhaupt gerechtfertigt? Können Vorschulkinder dies überhaupt schon?
Die Beobachtung in der Praxis ist unterschiedlich, allerdings ist dies für die meisten Kinder zu viel und das ist nicht ungewöhnlich in Bezug auf die Konzentration. Die Stadt Düsseldorf hat ein kleines , aber feines PDF herausgebracht und nennt darin neben der Dauer der Konzentration auch einige Konzentrationsräuber.
Die Zahlen sind mit ca. 15 Minuten für 5-7 jährige deutlich unter dem, was sonst gerne angenommen wird. Haben viele Vorschulkinder also keine Konzentrationsprobleme, die ihnen gerne untergejubelt werden? Offensichtlich nicht.
Wenn man nun merkt, dass ein Vorschulkind sich immer nur 5-10 Minuten konzentrieren kann, kann man folgende Dinge tun, um die Konzentration zu steigern:
- Die Konzentrationsräuber in den Griff bekommen. Viele der 6 aufgeführten Konzentrationsräuber begegnen mir immer wieder in der Praxis.
Was kann man tun bei Schlafmangel? Das Kind sollte mehr schlafen, sagt sich auch so einfach daher. Und oft kann das Kind selber von einem vollen Tag nicht gut abschalten. Da jedes Kind individuell ist, kann ich es natürlich per Ferndiagnose auch nicht sagen, was dein Kind braucht, um schneller einzuschlafen. Oft ist ein voll gepackter Familienalltag auch ein Grund, warum das Kind nicht einschlafen kann. Hier kann ich nur dringend raten, sich zu vernetzen und mit anderen Eltern ins Gespräch zu kommen. Gegenseitige Tipps abholen, Ratschläge austauschen, sich gegenseitig zu erzählen, was bei den anderen funktioniert hat.
Wenn erkannt wurde, dass Ernährung nicht optimal läuft, kann an nur an verschiedenen Stellschrauben drehen. Oft ist versteckter Zucker ein Problem. Vielleicht hilft es da, sich komplett ernährungsmäßig auszurichten? Oder peu a peu immer gesündere konzentrationsfördernde Lebensmittel einzutauschen.
Bewegungsmangel und Medienkonsum gehen oft zusammen einher. Deshalb ist meine dringende Empfehlung: Fernseher / Konsole aus und dann raus. Ab auf den Spielplatz. Ohne Handy als Spielzeug.
Bei fehlender Zuwendung kann man auch einmal rausgehen und einen Spaziergang zusammen machen. Dabei kann man sich gut unterhalten. Ein gutes Gespräch hat noch immer geholfen.
Überforderung und Reizüberflutung lassen sich mit einem reflektorischen Blick ausmachen. Oftmals haben die Großeltern, die ja auch noch ein ganz anderes Aufwachsen „genossen“ haben, eine interessante Meinung. Die bekommt man von klugen Großeltern aber nur zu hören, wenn sie gefragt werden und auch an ihrer Meinung interessiert ist. Denn kluge Großeltern werden sich nicht einfach ungefragt einmischen. Wenn du das Gefühl hast, dein Kind ist reizüberflutet, dann frag die Großeltern, wenn Kontakt da ist und reflektier das Gehörte.
2. Konzentration kann auch durch einfache Dinge geübt werden. Z.B. kann man darauf bestehen darauf, dass angefangene Runden zu Ende gespielt werden. Ab einem Alter von 3 habe ich immer darauf bestanden, dass Memory- Runden, Lotti Karotti oder die Sprachhexe zu Ende gespielt werden. Neulich hatten wir ein Mensch- Ärgere dich nicht Spiel aufgebaut. Wir hatten uns auf darauf geeinigt, dass wenn einer im Häuschen ist, dass wir dann aufhören. Oder besteht darauf, dass das Buch zu Ende gelesen wird. Allerdings seid ihr die Erwachsenen: Wenn ihr abends vorlest und schon vor dem Beginn des Vorlesens feststellt, dass das Buch 10 Seiten hat und euer Kind ist schon so müde, spricht auch nichts dagegen, sich das Buch zu teilen. Heute abend werden dann 5 Seiten gelesen und morgen wird weitergelesen.
3. Nehmt viel Brainfood in eure Nahrung! Nüsse, Haferflocken, Kakao und Beeren…sind gut geeignet, um dem Gehirn die nötige Zufuhr zu geben, die es braucht, um gut zu funktionieren.
Morgen gehe ich auf das immer mehr diagnostizierte AD(H)S ein, da eine absolute Verbindung zur Konzentration besteht.