Vokabeln lernen in den Ferien? So bleibt Latein entspannt

„In den Ferien muss mein Kind doch auch mal abschalten!“

Diesen Gedanken haben viele Eltern – und sie haben damit vollkommen recht. Für mich und meine Lieben gilt das tatsächlich bis zum gewissen Grad.

Ferien sind wichtig. Kinder brauchen Erholung, freie Zeit und Erlebnisse, die nichts mit Schule zu tun haben.

Viele Lehrer und mittlerweile auch Erzieher kennen allerdings die Herausforderung bei diesem Satz: Nach 6 Wochen fangen viele Schüler häufig gefühlt bei Null wieder an. Das bedeutet im Klartext, dass viele Kinder, die die 6 Wochen Sommerferien für Heimaturlaub nutzen dort z.B. kein einziges Wort Deutsch sprechen. Das ist nicht nur in der Kita tragisch für die Deutschkenntnisse, die mühsam aufgebaut wurden. In der Schule macht sich das auch bemerkbar. Denn das Gehirn hat eine wichtige Funktion eingebaut: Das Vergessen. Dem Großteil der Menschen hilft diese Funktion im Alltag überhaupt klarzukommen. Denn sekündlich prasseln über unsere Sinne für unser System zu viele Eindrücke ein.

Die Lösung heißt nicht: jeden Tag eine Stunde Vokabeln pauken.

Die Lösung heißt: kleine, entspannte Lernmomente schaffen.

Warum gerade Vokabeln so schnell verschwinden

Vokabeln sind ein bisschen wie ein Weg im Wald.

Wenn man ihn regelmäßig benutzt, bleibt er sichtbar und gut begehbar. Ich benutze gerne den Begriff Autobahn.

Wenn man ihn wochenlang nicht betritt, wächst er allerdings auch langsam wieder zu und das Gedächtnis nutzt die Funktion, die es schützt.

Genauso funktioniert unser Gedächtnis.

Ohne Wiederholung werden Wörter schwieriger abrufbar. Nach den Ferien beginnt dann häufig die mühsame Suche:
„Wie war noch gleich die Bedeutung?“
„Welche Stammform gehört dazu?“

Das kann schnell zu Frust führen.

Weniger ist oft mehr

Viele Eltern fragen mich:
„Wie lange soll mein Kind in den Ferien lernen?“

Meine Antwort:
Lieber kurz und regelmäßig als selten und lange.

Schon wenige Minuten können helfen:

  • fünf bis zehn Vokabeln wiederholen,
  • ein kleines Lernspiel spielen,
  • bekannte Wörter in einer Geschichte wiederentdecken,
  • Stammformen spielerisch üben.

Entscheidend ist nicht die Dauer, sondern die Regelmäßigkeit.

Lernen darf auch Spaß machen

Gerade in den Ferien darf Lernen anders aussehen als während der Schulzeit.

Ein Spaziergang kann genutzt werden, um ein paar Vokabeln abzufragen.

Beim Kartenspiel können Wörter wiederholt werden.

Mit Farben, Bildern oder kleinen Eselsbrücken entstehen oft viel bessere Verbindungen im Gehirn als beim reinen Auswendiglernen.

Denn Lernen funktioniert besonders gut, wenn mehrere Sinne beteiligt sind.

Was Eltern vermeiden sollten

Auch gut gemeinte Unterstützung kann manchmal Druck erzeugen.

Sätze wie:
„Du hast doch schon wieder alles vergessen!“
oder
„Wenn du jetzt nicht übst, wird das nächste Schuljahr schwierig.“

helfen meistens nicht weiter.

Kinder lernen besser, wenn sie merken:
„Ich kann das schaffen.“

Ein kleiner Erfolg ist oft der Anfang von neuer Motivation.

Genau hier setzen meine Intensivwochen an

In den Intensivwochen im September schauen wir gemeinsam:

  • Was sitzt schon sicher?
  • Wo gibt es noch Lücken?
  • Welche Grundlagen braucht Ihr Kind für einen guten Start?

In kleinen Gruppen wiederholen wir wichtige Inhalte des vergangenen Schuljahres und schaffen wieder Sicherheit.

Dabei geht es nicht um zusätzlichen Schulstress, sondern um einen entspannten Neustart.

Mein Tipp für die Ferien

Nehmen Sie den Druck heraus.

Ein bisschen Wiederholen kann helfen – aber Ferien bleiben Ferien.

Das Ziel ist nicht, dass Ihr Kind am Ende der Sommerferien alles perfekt beherrscht.

Das Ziel ist, dass es mit einem guten Gefühl zurück in den Lateinunterricht startet.

Entspannt lernen heißt nicht, weniger erreichen zu wollen.
Es heißt, den richtigen Weg dorthin zu finden.

Unterhalb dieses Artikels habe ich mehrere DInge verlinkt, die Ihrem Kind in den Ferien helfen können, nicht alles zu vergessen.

Zum einen mein Parati „Übersetzungskompass“:

Wenn Sie Ihr Kind dabei unterstützen möchten, finden Sie hier alle Informationen zu meinen Latein-Intensivwochen im September.

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