Vorschulzauber Tag 11- Dyskalkulie II- Ursachen und Umgang damit

Zahlensorgen treffen nicht nur Kinder im Klassenzimmer. Dyskalkulie ist eine globale Herausforderung, die durch spezifische Ursachen bedingt ist und den Alltag beeinflussen kann. Der Artikel beleuchtet, woher Dyskalkulie stammt, warum Betroffene Schwierigkeiten beim Rechnen haben, und wie ihnen effektive Strategien, Förderung und Unterstützung helfen können. Zum Abschluss schauen wir auf Prominente, bei denen Rechenschwäche bekannt geworden ist, um zu zeigen: Auch mit Dyskalkulie können Menschen Großes erreichen bzw. ein äußerst gelungenes Leben leben. 

Genetische und neurobiologische Grundlagen

Es gibt Hinweise darauf, dass genetische Faktoren beitragen, wie sich Rechenfertigkeiten entwickeln. Unterschiede in neurokognitiven Netzwerken des Gehirns, insbesondere im fronto-parietalen Bereich, können das Erlernen von Rechenfertigkeiten beeinflussen.

  • Entwicklungs- und Lernfaktoren

Fehlt wie so oft das entdeckende Lernen, dann ist für viele Kinder schwer, entscheidende Erfahrungen mit Zahlen zu machen. Auch  bei häufigen Lehrerwechseln und/ Schwierigkeiten in der Klasse kann eine Blockade entstehen, mathematische Zusammenhänge zu begreifen.  Ebenso können perinatale Faktoren eine genetische Disposition verschärfen. 

  • Umweltfaktoren und schulische Unterstützung

Frühzeitige Förderung, sinnvolle Lernumgebungen, regelmäßige Übung und gezielte Unterstützung sind entscheidend. Mangelnde Förderung oder unpassende Lernstrategien können vorhandene Schwierigkeiten verstärken, aber nicht die Grundursache beseitigen.

  • Unterschied zu allgemeinen Rechenschwierigkeiten

Dyskalkulie ist eine andauernde, spezifische Lernstörung. Temporäre Lernrückstände oder situative Schwierigkeiten können auftreten, doch Dyskalkulie umfasst dauerhaft Schwierigkeiten im Zahlenverständnis, Rechenoperationen und Problemlösen und beim Erlernen dieser Fähigkeiten. 

 

Umgang und Unterstützung – wirksame Ansätze

Frühe Erkennung und Diagnostic

Screening bei Verdacht, gefolgt von fachlicher Abklärung durch Schulpsychologen oder Fachkräfte, ist wichtig, um passende Förderpläne zu starten.

Individuelle Förderpläne und Lernstrategien:

Angepasste Ziele, konkret formulierte Schritte, regelmäßiges Üben mit klaren Rechenpfaden. 

Einsatz von multisensorischen Lehrmethoden (visuell, auditiv, kinästhetisch) zur Stärkung von Zahlenverständnis und Rechenprozessen.

Lernstrategien im Alltag

Strukturierte Lernzeiten, Bewegungs- und Gedächtnistricks (z. B. Rechenhilfen, Tabellen, Checklisten).

Nutzung von Hilfsmitteln wie Taschenrechnern, Zifferntafeln und visuellen Hilfsmitteln, die das Verständnis unterstützen.

Schulische Unterstützung

Wenn eine Dyskalkulie festgestellt wird, gilt es Kooperation mit Lehrkräften, individuelle Förderpläne aufzustellen, in denen  zusätzliche Übungsstunden, gezielte Übungen zu Grundoperationen und Textaufgaben stattfinden. Psychologische Begleitung wäre auch ganz gut, wenn oftmals ist der Selbstwert von Dyskalkulie- Schülern schon so am Boden, dass es wieder aufgebaut werden muss.

Diese kann folgendenermaßen aussehen: Unterstützung bei Frustration, Aufbau von Selbstwirksamkeit, positives Feedback, und Strategien gegen Lernstress. Lebenslange Perspektive- denn die Frage ist ja nicht wie bei einer Krankheit, wie werde ich es los? Nein, die Frage ist wie bei der LRS: Wie kann ich mit der Dyskalkulie leben? 

Viele Betroffene entwickeln Strategien, um mathematische Aufgaben im Alltag zu meistern. Mit passenden Unterstützungen können Erfolge erzielt werden. 

Am Anfang ist eine solche passende Strategie, z.B. die Aufgaben auswendig zu lernen. Viele Eltern sind dann ganz stolz, wenn ihr Kind 3×3 schon kann, in der Vorschule ist es dann halt eher angebracht, dahinter zu schauen und zu beobachten, ob das Kind nur die Aufgabe auswendig gelernt hat oder auch beschreiben kann, was bei 3×3 passiert. Dies gilt für alle Grundrechenarten. 

Prominente mit Dyskalkulie oder Rechenschwäche

Prominente Beispiele zeigen, dass Rechenschwäche keine Barriere für großen Erfolg bedeutet:

  • Stephen Hawking (Physiker und Kosmologe):  Berichtet in biografischen Schilderungen von Schwierigkeiten im Rechnen in jungen Jahren, jedoch später enormen Beiträgen zur Physik.
  • Albert Einstein (Theoretischer Physiker): Legendenhafte Hinweise, dass mathematische Aufgaben herausfordernd waren; dennoch bahnbrechende Erkenntnisse hervorgebracht. 
  •  Andere Promis sind z.B. Cher, Robbie Williams, Larren Muller Junior,Sophie Ellis Baxtor. Sie alle stehen  zu ihrer  Dyskalkulie stehen. Wie es für sie war und ist,  findest du hier in diesem Artikel:

https://www.nationalnumeracy.org.uk/news/celebs-shine-light-dyscalculia#:~:text=Singer%20and%20songwriter%20Robbie%20Williams,about%20his%20dyscalculia%20and%20dyslexia.

2 Kommentare

    1. Hallo Orlando Bloom, vielen Dank für deinen Beitrag und den Link zum Beitrag. Der Beitrag enthält sehr interessante Aspekte, deshalb lasse ich ihn einmal drin. Ein sehr gelungener Beitrag. Aus den falschen Methoden zum Rechenlernen abzuleiten, dass es so etwas wie Dyskalkulie gar nicht gibt, halte ich für weit hergeholt. Was ich allerdings glaube, ist, dass es leichte und schwere Dyskalkulkien gibt. Weiterhin glaube ich, dass es wie bei der AD(H)S viel zu viele falsch diagnostierte Diagnosen gibt. Die Modediagnose schlechthin. Das kann man von Dyskalkulie zwar nicht in dem Rahmen behaupten, aber Fakt ist nun mal, dass das Denken bei rechenschwachen Schülern nicht so verläuft wie bei Kindern, eine Art Zugang zur mathematischen Welt entdeckt haben oder gefunden haben. Auf einer Welle sind wir ausgehend von dem Artikel, dass viel mehr Zeit gelassen werden sollte, sich Mathematik entdeckend zu nähern und Erlebnisse in der mathematischen Welt haben zu dürfen. Als Kita- Plus Fachkraft und Dozentin auch zu diesem Thema pläydiere ich schon lange für eine Matheförderung nach dem entdeckenden Prinzip und der Visualierung von Aufgaben. spätestens in der Vorschule und vielleicht auch in den ersten zwei Jahren der Grundschule gehört Mathe-, genau wie Sprachförderung in den Fokus.

      Sehr interessant fand ich das Projekt mit den Erwachsenen. Hier zu hätte ich gerne mehr Informationen: Bitte schreiben Sie mir mal unter meiner Email-Adresse.

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