Warum Vokabel-lernen oft so frustrierend ist

Wer Fremdsprachen lernt, kennt das Problem: Viele Vokabeln wollen einfach nicht hängenbleiben. Sie werden gelernt, vielleicht beim Vokabeltest noch gekonnt, aber spätestens zur nächsten Arbeit fragt man sich: Was hieß nochmal dies und das?

Woran liegt das? Ursachen dieses Phänomens

Manche behaupten ja, dass liegt an mangelnder Sprachbegabung. Frei nach dem Motto: Ich bin nicht sprachbegabt. Also kann ich das nicht. Wer mir folgt, weiß, dass ich nicht dieser Meinung bin. Für mich gibt es keine Sprachbegabung per se. Sicher gibt es Menschen, die begabter sind als anderer und quasi mit Fremdsprachen jonglieren können und schnell Sprachen lernen. Diese Menschen haben keine Sprachbegabung wie ihnen immer unterstellt wird, sondern nur eine gewisse Lernkompetenz im Vokabeln lernen entwickelt.

Die allermeisten Schüler haben einfach eine falsche Methode und/ oder kennen die Richtige für sie nicht.

Woher kommt der Frust?

Stell dir vor, du willst eine neue Fähigkeit erlernen- und nichts anderes ist eine neue Sprache lernen- und du wirst recht früh in manchen Dingen geprüft. Du weißt, es gibt irgendwann ( bald!) eine Prüfung, in der du abgefragt wirst und dein neues Können unter Beweis stellen sollst. Dir werden die Inhalte gegeben, aber kein Wissen, wie du sie am besten lernst. Stell dir mal vor, dass du ein neues Handwerk wie Töpfern Es gibt viel Theorie, was man am besten töpfern kann. Viele Fachbegriffe sind auch noch am Start. Dann gibt es diese eine Fähigkeit, die Kompetenz des Töpferns. Die Altvorderen geben einem Tipps wie: “ Du musst nur durchhalten“ und guck dir den und den an, die haben es auch geschafft. Und du stehst da mit deiner anfänglichen Motivation und fragst dich, wie genau geht das? Wenn dir keiner das wie erkärt, die Kompetenz dahinter, hast du in den Anfangsmonaten deine Motivation ganz schnell verloren.

Dieser Durchhalte- Tipp hat seine Berechtigung. Aber nicht am Anfang, wenn schon Schwierigkeiten auftauchen. Wenn die Tipps zum „Wie kann ich das lernen?“ nicht kommen, nützt das was auch nicht viel. Allein das Wissen, was gelernt werden soll, hilft nicht weiter. Logisch, oder? Am Anfang einer Lernreise ist dieser Tipp oft nicht hilfreich, sondern kann er hinderlich sein am entspannten Aufnehmen der Vokabeln,

Falsche Lernmethoden für den einzelnen Schüler. Jeder Schüler, jede Schülerin ist anders und lernt anders. Mittlerweile hat die Forschung vier Hauptlerntypen herausgefunden. D.h Die Menschen haben unterschiedliche Zugänge, wie erfolgreiches Lernen bei ihnen aussehen kann: Das gibt den auditiven, visuellen, haptischen/motorischer und den kommunikativen Zugang. Viele Schüler kennen nach der Grundschule nicht mal ihren eigenen Zugang. Und wenn sie ihn nicht kennen, können sie ihn nicht anwenden.

Denn den reinen Zugang gibt es nicht. Die Forschung sieht es mittlerweile kritisch und steht auf dem Stand, dass es bei jedem Menschen verschiedene Zugänge zum erfolgreichen Lernen gibt. Ich zum Beispiel lerne ganz gut, wenn ein auditiver und visueller Zugang zum Inhalt gibt.. Wenn mir Lernstoff zum Hören und auf Folien oder in einem PDF präsentiert wird, dann bleibt er oft länger hängen.

Dann sind es in Vergessenheit geratene uralte überlieferte Methoden, das Gedächtnis zu trainieren. Oft bringt es nicht, wenn man sich die Vokabeln nur anschaut, um sie zu lernen. Frustrierend, denn da hat man eine Stunde die Vokabeln ein Stunde angeschaut und sie sitzen immer noch nicht. Eine Stunde Zeitinvest und nichts ist hängengeblieben. Dadurch, dass es kein Wissen mehr gibt über die Gedächtnisprinzipien. Auch das ist einer der Sachen, die in der Schule nicht mehr gelernt wird. Das Gedächtnis lernt durch Wiederholung. Unser Gedächtnis braucht Wiederholungen, damit neues Wissen/ neue Informationen langfristig gespeichert werden. Dabei ist nicht nur entscheidend, dass wir wiederholen, sondern auch wann.

Dann sind es oft in verhältnismäßig kurzer Zeit sehr viele Vokabeln, die, wenn nicht adäquat mitgelernt wurde, wie ein Berg vor einem stehen. 3 Lektionen für eine Arbeit sind immerhin ca. 90 Vokabeln.

Zusammenfassung: Lateinvokabeln lernen ist oft so frustrierend, weil oft falsche Tipps zur falschen Zeit gegeben werden. Zu frühe Tests lösen Druck aus und nicht zuletzt wird einfach kein Wissen darüber gegeben, wie die Vokabeln am besten im Gedächtnis bleiben. Vokabellernmethoden werden nicht besprochen und gelehrt. Zeit zum Ausprobieren der Methoden ist oft rar.

Wenn du nun denkst, Vokabeln könnten machbar sein. Dann schau mir mal mein Angebot zum Vocabularium an. Demnächst gibt es den Kurs auch als Onlinekurs.

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