Wer kennt noch das Lied „Bilder von dir“ von Sido? Wer sich nicht erinnert, hat hier die Möglichkeit, das Lied einmal anzuhören.
https://www.youtube.com/watch?v=RveIJFR7LV
Er besingt damit seine interessante Kindheit im „Block“ im Osten und sagt damit ganz klar, dass er mit Bildern seine Kindheit erhält.
In die gleiche Richtung geht „Bilder von dir“ von Laith al Deen.
https://www.youtube.com/watch?v=qyo_1QiYbJQ
Mit Vokabeln kann es ähnlich laufen. Bilder im Kopf sind oft nachhaltiger als alles andere und werden oft besser erinnert als Text oder Kontexte. Doch woran liegt das?
Unser Gehirn spricht sehr gut auf Bilder an, es ist sozusagen visuell veranlagt und das Sehen können und Erkennen von Bildern und Symbolen ist eine grundlegende Fähigkeit für das entspannte Lernen von anderen Kompetenzen. Ich denke da an die Kulturtechniken des Menschen Lesen, Schreiben und Rechnen. Aber auch in der Frühzeit war es enorm wichtig, essbare Kräuter von giftigen Kräutern zu unterscheiden. Am Anfang wurde da ausprobiert, aber dann war es immens wichtig, sich Unterschiede zu merken. Kleinkinder lernen- obwohl der Sehsinn der letzte Sinn ist, der sich entwickelt, auch im Mutterleib- nach der Stimme und dem Gefühl immer übers Sehen. Wenn ein Kind blind zur Welt kommt, lernt es übers Fühlen zu sehen oder sich über die Sprache ein BILD zu machen. Beim Sprechen Lernen zeigt es aber immer auf die Dinge und möchte mit dieser Geste den Namen wissen. Sehen und Sprache ist eng verknüpft. Eins der wichtigsten sprachlichen Entdeckungen ist der „Guck mal!“ oder schau mal. Die sogenannte Sprachexplosion – oft vor 2 Jahren beginnt mit den Nomen und dass das Kind viele Dinge, die es sehen kann auf einmal benennen kann. Letzten Freitag hatten wir ein fast 2jähriges Kind bei uns. Der Kleine hat auf alles gezeigt, was er nicht kannte und e da? gefragt. Übersetzt hieß das „Was ist das? Er hat erst Ruhe gegeben, als er die Antwort bekommen hat.
Ich werde mich hier nicht rühmen, die Bilder- Methode erfunden zu haben. Die Idee, Wissen über Bilder bsser im Gedächtnis zu verankern, ist keineswegs neu oder gar von mir erfunden worden. Schon die antike Gedächtniskunst machte sich diese Lernmethode zu Nutzen. Innere Bilder und Räumlichkeiten hatten bei dem Lernen eine starke Rolle eingenommen. Redner und Gelehrte hielten ihre Reden und ihre Lehrgespräche oft auswendig ab d.h. sie hatten kein Blatt, von dem sie ihre Texte ablasen und dann vortrugen.
Was für Redner und Gelehrte funktioniert hat, lässt sich auch beim Vokabeln lernen nutzen: Aus einem abstrakten Wort wird etwas, das unsere Augen sehen, unser Gehirn wahrnehmen kann und unser Körper erleben kann.
Nicht zuletzt wird dann die Vokabel zu etwas, das sich leichter und nachhaltiger merken lässt. Wie das Ganze gut funktionieren kann, zeige ich dir im Vocabularium.