Stamm-formen lernen- warum Auswendig lernen heute nicht mehr reicht

Als Lernbegleiterin höre ich diesen Satz in Latein sehr oft: Die Stammformen kann ich, habe ich gelernt. Wenn ich sie dann als Vorbereitung auf die Arbeit abfrage, dann sind sie weg. Oft höre ich dann vom Schüler oder der Schülerin :“Gestern abend konnte ich sie noch“. Ärgerlich, investestierte Zeit, die nichts gebracht hat. Ich verstehe total, dass dann Frust aufkommt.

Aber wer die Stammformen nicht kann, ist nicht automatisch schlecht in Latein. Stammformen zu können ist eine spezielle Sache. Und eine Sache kommt noch dazu: Stammformen alleine zu können, bringen Schüler nicht weiter, höchstens in reinen Stammformen- Tests.

Das richtige Anwenden der ungeliebten Stammformen ist entscheidend. Dafür braucht man natürlich auch die richtigen Stammformen, klar. Aber: Wer einfach nur Stammformen lernt und nicht weißt, wozu, ist schnell genervt vom unnötigen Auswendig lernen und es ist oft einer der Stellen, wo Schüler*innen gerne entnervt Latein hinschmeißen wollen. Denn oft sehen die Stammformenreihen wie einzelne Wörter aus, die nichts miteinander zu tun haben.

Ein Beispiel: ferre, fero, tuli, latus sind die Stammformen. Diese Formen gehören zu einem einzigen lateinischen Verb: Ferre- tragen, bringen

Die erste Form ist der normale Infinitiv, die zweite Form die erste Person Sg. . Tuli ist die erste Person Perfekt Aktiv und latus ist das maskuline PPP, das Partizip Perfekt Aktiv.

Alle Formen haben eine Gemeinsamkeit: Man braucht sie , um Zeiten herzustellen. Mal den Wortstamm, mal das ganze Wort.

Deshalb sind die Stammformen so wichtig: Sie werden gebraucht, um die Zeiten richtig zu bilden und wer beim Übersetzen der Originalschriftsteller ist, wird schnell merken, dass er ohne Stammformenkenntnisse nicht weit kommt. Und genau deshalb reicht es nicht, sie einfach per App zu lernen oder per Abschreiben zu lernen.

Beim Lernen ist es ein großer Unterschied, ob ich wirklich etwas mit dem Stoff anfangen kann. Es ist wichtig, dass der zu lernende Stoff ein Problem löst. Eine Stammformreihe, die auswendig gelernt wird, löst kein Problem.

Eine Stammformreihe, die als Grundlage für die Zeiten erkannt wird, hingegen erscheint für das menschliche Gehirn viel mehr als Grund zum Abspeichern.

Stammformen brauchen Wiederholung- aber nicht immer am Schreibtisch

Gerade beim Lernen von Stammformen ist es meiner Meinung nach wichtig, Abwechslung reinzubringen. Es gibt verschiedene Arten, die Stammformen zu lernen:

  • Stammformen klassisch abfragen lassen
  • sie laut sprechen
  • sie in kleinen Portionen lernen
  • sich gegenseitig abfragen
  • mit Karteikarten arbeiten
  • regelmäßig wiederholen

Wenn sich das jetzt für dich auch alles nach Lernen anfühlt, habe ich etwas für dich: Du kannst Stammformen auch spielerisch lernen. Denn beim Spielen passiert etwas Interessantes:
Das Kind beschäftigt sich immer wieder mit dem Lernstoff, ohne dass sich jede Wiederholung nach Lernen anfühlt.

Spielen bedeutet nicht, dass weniger gelernt wird

Genau das ist mir wichtig: Viele ( Erwachsene) denken ja, dass beim Spielen nicht gelernt wird. Das Gegenteil ist der Fall. Als Erzieherin und Integrative Lerntherapeutin weiß ich, dass alle vom Freispiel und Brettspielen profitieren. Nicht nur die seelische Gesundheit hat Zeit, sich zu entfalten, sondern auch viele kognitive Bereiche werden durch Lernspiele angeregt und gefüttert. Kinder im Vorschulbereich profitieren davon, genauso wie Kinder in der gesamten Schulzeit und Erwachsene.

Mein Lernspiel ist nicht einfach ein normales Spiel, bei dem zufällig ein bißchen Latein vorkommt. Mein Lateinspiel ist ein Spiel mit dem klaren Lernziel, dass die regelmäßigen Stammformen gelernt wird. Denn das vergessen auch viele Schüler gerne: Jede Konjugation hat ihre Stammformenregeln, die sich manchmal überschneiden. Es gibt gewisse Prozentzahlen und Ausnahmen. Bei den unregelmäßigen Verben gibt es auch Gemeinsamkeiten, die spielerisch entdeckt oder eingeübt werden können.

Beim Üben von Stammformen geht es zum Beispiel darum, Formen wiederzuerkennen, abzurufen, zuzuorden und immer wieder zu wiederholen.

Wenn das Ganze dann noch mit einem kleinen Wettkampf, einer Runde mit Freunden oder der Familie oder einfach mit dem Spaß am Spiel verbunden ist, kann Lernen plötzlich ganz anders aussehen. Und manchmal ist das genau der Moment, in dem ein Kind wieder Lust bekommt, sich wieder mit dem Lernstoff auseinanderzusetzen.

Genau deshalb habe ich mein Lateinlernspiel entwickelt

Ich begleite Kinder und Jugendliche schon seit vielen Jahren beim Lateinlernen und habe dabei immer wieder erlebt, dass nicht unbedingt der Lernstoff selbst das größte Problem ist. Oft ist es die Art, wie gelernt wird.

Irgendwann entstand die Idee: Warum nicht aus dem Stammformenlernen ein Spiel machen? Damit es Kindern leichter fällt, die Stammformen wie Perfektformen und PPP leichter zu lernen! Das Spielen verbinden das Abrufen und Wiederholen der Stammformen mit dem Prinzip eines Kartenspiels. Dabei muss es nicht unbedingt die klassische Lernmethode ersetzen.

Es soll nur eine weitere Möglichkeit sein, Stammformen zu lernen- und zwar eine, die sich hoffentlich weniger nach Lernen anfühlt.

Für wen eignet sich dieses Spiel?

Mein Lateinlernspiel richtet sich an Schüler und Schülerinnen, die bereits Latein lernen und ihre Stammformen spielerisch wiederholen möchten. Aber auch an Kartenspielbegeisterte Kinder und Jugendliche, die sich die Stammformen selber beibringen möchten. Und mein Spiel richtet sich auch explizit an Lehrer, die ihren Unterricht ein wenig auflockern wollen.

Besonders praktisch es zum Beispiel:

zum regelmäßigen Wiederholen zu Hause
als Abwechslung zu Vokabelhelft und Karteikarten
zum gemeinsamen Üben mit Geschwistern und Freunden
als kurze Lerneinheit zwischendurch
für Lateinlehrer als eine entspannte Gruppenarbeit mit anschließendem mündlichen Abfragetest
oder natürlich auch im Rahmen einer Lateinbegleitung bzw, Nachhilfe

Endlich da: Das Spiel- „Lateinische Stammformen- spielend lernen- von Insa Horn“

Denn manchmal braucht es gar keine weitere Stunde am Schreibtisch.

Mein Gedanke dahinter

Ich glaube nicht, dass Latein immer anstrengend sein muss.

Lernen darf auch leicht sein. Lernen darf Spaß machen. Und Lernen darf sich manchmal wie Spielen anfühlen.

Wenn du also gerade mit deinem Kind vor einer langen Liste von Stammformen sitzt und die Motivation sich schon verabschiedet, lege die Liste einen Moment bei Seite und spielt eine Runde.

Du möchtest mein Lateinspiel ausprobieren?

Wenn du die Stammformen mal auf eine andere Art üben möchtest, kannst du dir gerne mein Latein-Lernspiel hier genauer anschauen:

Lernspiel „Lateinische Stammformen – spielend lernen“

Vielleicht wird aus „Ich muss noch Stammformen lernen, ja ein „Komm, wir spielen eine Runde!“

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