Es gibt eine Methode, mit der es einfach wird, Lesen zu lernen. Diese Methode ist auch definitiv geeignet, Kindern zu helfen, eine vorhandene LRS nicht in einer großen Stärke zu bekommen. Es geht dabei, um etwas anders zu lernen oder parallel mit zu lernen.
Laute anstatt Buchstaben
Um was geht es? Es geht um die Dinger, die beim Lesen zusammengeführt werden: Um die Laute. Viele Eltern bringen ihren Kindern Buchstaben bei. Das ist per se nicht schlecht, nur eben zum entspannten Lesen Lernen ungünstig.
Ob ein Kind das Schriftbild „f“ als den Buchstaben „ef“ oder als Laut „f“ abspeichert, ist nicht nur wichtig für das Lesen lernen, sondern auch für das richtige Schreiben.
Der Unterschied
Es ist ein kleiner, aber für das entspannte Lesen Lernen eklatant wichtiger Unterschied zwischen Buchstabe und Laut.
Ein Buchstabe ist ein Bestandteil des Alphabets und bezeichnet man ihn als solchen, sagt man „ef“ für das f oder „icks“ für das X. Wenn man sich nun vorstellt, das Kind soll irgendwann fix lesen und am Anfang schreiben sie, wie man es hört, dann wird das Kind „eficks“ schreiben. Denn in seinem Kopf hat sich für das f das ef verknüpft. Weil es immer die Antwort „ef“ bekommen hat, wenn Mama oder Papa vom Kind gefragt wurden, was das für ein Buchstabe ist . In seinem Kopf gibt es nur ef. Also liest das Kind es auch so.
Arbeitet man mit Lauten, wird es dem Kind viel einfacher gemacht: Der Laut ist das, was gehört und gesprochen wird, also das eigentliche „f“. Der Laut „f“ wird mit den Zähnen und der Unterlippe gebildet. Probier es mal auch, wo der Laut „f“ gebildet wird. Der Laut „x“ wird mit dem Kehlkopf und der Zunge gebildet. Das ist, das was beim Laut „x“ gehört wird.
Wenn das Kind nun fix lesen soll und es kennt nur die Buchstaben, dann wird es eficks lesen. Wurden ihm aber die Laute f , i und x ( hört sich als Laut an wie ein ks, wird aber verknüpft als x), wird es fix schreiben.
Wenn man jetzt zum Kind sagt, fix schreibt man, wie man es hört, wird das Kind sich das Wort einmal selber vorsprechen und auf diese Laute kommen. Das i wird genauso lautiert wie man es spricht und der Name für den Buchstaben ist auch derselbe. Deshalb wird Kind wahrscheinlich direkt f i x schreiben.
Um das Lesen lernen zu beschleunigen und entspannter zu machen, pläydiere ich ganz klar dafür, dass Kindern Laute beigebracht werden.
Ein anderes Beispiel ist Fahrrad. Hat das Kind die Laute verknüpft, wird es mit den Lauten sich das Wort erarbeiten und recht schnell auf F-a-h-rr-a-d kommen. Eventuell wird das h als Laut auch sprechen. Das ist aber auch die einzige, auch beim Schreiben später. Aber ich finde, es leichter, zu merken, dass ein Buchstabe wie ein h manchmal nicht gesprochen wird als aus einem ha ein h und dann sogar nichts zu machen.
Hat das Kind die Buchstaben gelernt, dann wird es wahrscheinlich ef-a-ha-erer-de lesen. Es ist für das Kind ein Extraschritt, die Buchstaben zu einem Laut zu formen und schließlich das Wort zu lesen. So kann man sich manche Wortungetümer für das geübte Erwachsenenauge auch gut erklären.
Abschlussplädoyer
Um das Lesen lernen zu beschleunigen und entspannter zu machen, plädiere ich ganz klar dafür, dass Kindern Laute beigebracht werden. Es gibt auch wunderbare Lauttabelle, auf denen allen Lauten ein Tier oder etwas anderes mit dem gleichen Anfangslaut zugeordnet wird.
https://www.westermann.de/anlage/3859104/Anlauttabelle-Konfetti-in-Grundschrift
Jedes Vorschulkind oder jeder Erstklässler zumindest sollte eine Lauttabelle im Kinderzimmer haben. Wenn schon vorher bei jeder Frage: Was ist das für ein Buchstabe? Oder was steht da? das Wort mit den Lauten erklärt wird, haben es alle ABC- Schützen in der ersten Klasse, viel einfacher, das Lesen zu erlernen, da sie nicht die Buchstaben umformen müssen.
Was ist deine Meinung bzw. was bringst du deinen Kindern bei? Laute oder Buchstaben? Hinterlass gerne ein Kommentar!
Morgen schließen wir das Thema Lesefreude ab und bauen gleichzeitig eine Brücke zum Thema „Medienkonsum“.
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