Vorschulzauber Tag 12 Linkshändigkeit- was ist das genau und warum taucht das Thema in meinem Adventskalender auf?

(Links)-händigkeit meint, dass jemand linkshändig unterwegs ist. D.h. er nutzt bei allem, was er macht, die linke Hand für die feinmotorische Handlung und die rechte Hand unterstützt dabei mit einer grobmotorischen Tätigkeit. Ein Beispiel: Ein Kind malt mit der linken Hand, es malt aus, es malt selber diverse Dinge, das tut er mit links. Die rechte Hand hält dabei das Blatt fest. Ein anderes Beispiel: Das Kind bindet sich die Schuhe zu. Es benutzt dabei die linke Hand zum Schleife binden  und die rechte hält die Schnur fest. 

„Wenn eine Hand für einhändige Aufgaben bevorzugt wird oder deren Auswirkung mit dieser Hand effizienter ist, nennen wir das Händigkeit. Die Hand, die feinmotorische Tätigkeiten am besten ausführt, bezeichnen wir als dominante Hand. Reflexartig geht diese Hand immer zuerst voran- sei es bei Gesten, beim Greifen nach Gegenständen oder als Schuztreaktion in überraschenden Situationen.  

Die Händigkeit eines Menschen zeitgt, wie unser Gehirn arbeitet. Es besteht aus zwei Hälften ( Hemisphären), die unterschiedliche Aufgaben  übernehmen. Diese Aufteilung bezeichnen wir als Hemisphären- Lateralisierung ( von lateral= seitlich) 

Dabei gibt es zwischen den beiden Gehirnhälften sowohl strukturelle als auch funktionelle Unterschiede: Die unterscheiden sich nicht nur im Aufbau, sondern auch in den Aufgaben, die sie steuern,. Während eine Gehirnhälfte bei bestimmten Funktionen die führende Rolle übernimmt, unterstützt die andere sie dabei.“ Martina Neumann- Ploschenz: „Linke Hände, viele Talente. Was Linkshänder- Kinder brauchen und wie wir sie stärken können.“ S. 22 

Übertragen auf die Linkshändigkeit heißt dies nun: Wenn dies biologisch so angelegt ist ( wie in den ersten drei, vier Jahren beobachtet), dann ist es in meinen Augen schwierig bis schädlich dem Kind gegenüber, auf die rechte Hand zu drängen.

Denn: Wenn alles in seinen natürlichen Bahnen verläuft, können Bewegungen effizienter, also schneller und koordinierter ausgeführt werden. Sprich: Ein Kind kann dann auch leichter und schneller lesen und schreiben lernen. 

Dieses Thema taucht erstmalig in meinem Adventskalender auf, weil ich im Laufe meiner Lebensjahre erkannt habe, wie wichtig es ist, dass jedes Kind in der richtigen Händigkeit unterstützt wird und da noch zu wenig Wissen vorhanden ist oder eben unter dem Deckmäntelchen“ Das Kind soll doch selber entscheiden, mit welcher Hand es schreiben und malen möchte.- ist doch seine Hand, oder? Hm, jein. 

Wer mich kennt, weiß, dass ich sehr für Selbstständigkeit bin, aber wenn in den ersten drei Jahren klar wird, dass das Kind linkshändig unterwegs ist, sollte es weiter so gefördert werden.  Denn es kann massive Auswirkungen auf das Lernen haben, wenn die genetische Disponierung für die Händigkeit umorientiert wird. 

Ein großes Problem unserer heutigen Welt besteht im Kinderzimmer: Zumindest im Kinderzimmer und so schönen Spielgeräten wie Spieluhren. Machen wir uns mal eins bewusst: Sämtliche mechanische Geräte sind für Rechtshänder gemacht. Mit der Folge: Wenn Linkshänder sie benutzen, werden sie besonders bei impulsiver Benutzung schnell kaputt gehen. Denn und das ist mal Fakt: Wenn Linkshänder- Kinder diese Geräte benutzen, dann drehen sie sie für das Gerät in die falsche Richtung. So gehen sie natürlich schneller kaputt. 

Ein Beispiel: Mein Mann hatte zum 4. Geburtstag unserer Tochter eine schöne Spieluhr geschenkt. Er hatte sie gesehen und gleich gedacht: Mann, das ist bestimmt etwas für sie.  Unsere Tochter war auch voll begeistert, als sie die Spieluhr auspackte und beim Drehen die wundervolle Melodie erklang. Nach einer Viertelstunde war sie allerdings kaputt, weil sie instinktiv in die linke Richtung drehte. (Ihr war noch nicht bewusst, dass sie als Linkshänderin in die für sie falsche Richtung drehen musste). Großes Drama nicht nur bei unserer Tochter.  Bis dato hatte sie noch wenig Erfahrungen mit mechanischen Geräten.  

Dies war ungefähr der Zeitpunkt, wo ich das erste Mal mit Martina- der Autorin des Buches Kontakt hatte- am Telefon. Weil ich meine Tochter fördern wollte in  Bezug auf ihre Linkshändigkeit. Denn ich wollte nicht, dass sich meine Erfahrung wiederholt. 

Fakt ist: Linkshändigkeit ist angeboren und wir tun gut dran, unsere Linkshänder zu fördern. Denn die Leichtigkeit kommt auch mit der richtigen Händigkeit. 

In ihrem Buch erklärt Martina Neumann- Ploschenz alles sehr gut, was mit der Linkshändigkeit zusammenhängt. Wenn du dich über das Thema informieren willst, dann schaff es dir einfach an. Hast du ein Linkshänder-Kind, dann würde ich es schon als Pflichtlektüre empfehlen: 

https://www.thalia.de/shop/home/artikeldetails/A1075438690 

Es ist ein wirklich besonderes Buch, das die Welt aus der Sicht einer Linkshänderin erklärt. 

Morgen möchte ich gerne mit euch darauf eingehen, wie man Linkshändigkeit erkennt. Da werde ich auch wieder von meiner Tochter berichten, wie wir bei ihr die Linkshändigkeit erkannt haben und was das für mich bedeutete. 

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