Zuerst einmal möchte ich betonen, dass Hochbegabung, also ein IQ über 135 mit 2% nicht ganz so häufig ist, aber wenn ein Kind in Bezug auf seine Intelligenz hochbegabt ist, hat es das nicht einfach. Ich möchte im Folgenden drei Wege skizzieren, die ein Hochbegabter erleben kann.
Hochbegabung ohne Zusatz- früh erkannt
Diesen Weg kennen wir vielleicht aus den Nachrichten: Dies sind in der Regel die Hochbegabten, die mit 14 Abitur machen und dann an der Uni früh ein Studium anfangen. Oft sind es diejenigen, die als „Wunderkind“ bekannt werden. Die Eltern sind zwar stolz, aber doch ist das Kind den Eltern irgendwie viel zu früh entwachsen. Oder eins der Eltern ist ebenfalls hochbegabt und es hat ein geistiges Gegenüber.
Was oft auch auffällig ist, dass diese „Wunderkinder“ in der Schule kaum Freunde in der gleichen Klasse haben. Oft sind diese Freunde älter oder jünger. Mit Gleichaltrigen geht das Spielen oft nicht so gut.
Manche Hochbegabte sagen auch offen: „Ich habe meine Freunde erst an der Uni oder auf der Arbeit gefunden.“
Für diese Hochbegabten gibt es oft zwei Wege, nachdem die Hochbegabung erkannt worden ist: Irgendwie muss dem intellektuellen Bereich mehr Raum gegeben werden. Dies kann entweder durch Klassen überspringen passieren oder durch private Fütterung des Geistes. So kann es sein, dass das hochbegabte Kind in der Grundschule Chinesisch lernt oder Geige als zweites, drittes Instrument. Ich habe auch schon von einem hochbegabten Kind, dass Latein als Zusatzsprache sich gewählt hat. Seine Begründung war, dass es, wenn es Latein kann, leichter andere ( indogermanische Sprachen) lernen kann. Diese Freizeitbeschäftigungen finden wie der Name schon sagt, in der Freizeit statt und nicht in der Schule.
Was auch betonen möchte, ist das in diesem Fall hervorragende Zusammenspiel von Eltern und Erziehern in der Kita/ Vorschule, die in der Kita bzw. in der Vorschule schon Augen und Ohren offen haben, für das, was und wie es das Kind tut und was es sagt. Gerade die Sprache gibt oft einen entscheidenden Hinweis darauf, ob eine Hochbegabung vorliegt. Bei diesem Weg liegt oft eine hervorragende Zusammenarbeit bei diesem Kind und im Sinne des Kinder vor.
Eine vorhandene Hochbegabung ist durch eine AD(H)S verdeckt.
Später als es gut ist, wird die Hochbegabung erkannt, wenn eine AD(H)S sie verdeckt. Gar nicht so unüblich, allerdings bei der echten Hochbegabung ( über 130) gar nicht so häufig. Die zu erwartende Zahl liegt bei 0,12 %. Die höhere Intelligenz ist allerdings häufig verknüpft mit AD( H) S. Bei jeder AD(H) S- Diagnosetestung wird allerdings auch ein Intelligenz- Test gemacht. Allerdings wird bei einer nicht eingestellten AD(H)S diese die Leistung massiv verfälschen. Weshalb es gut wäre, diese IQ- Testung nochmal durchführen zu lassen, wenn das Kind eingestellt wäre, wenn es denn welche braucht.
Bei diesem Kind wird vermutlich zuerst die AD(H)S auffallen. Gerade, wenn es eine starke AD(H)S mit einem starken Bewegungsdrang und wenig Konzentrationsleistung hat, fallen natürlich diese Merkmale zuerst auf.
In der Kita/ Schule wird es wahrscheinlich schon früh auffallen, weil es der „Unruhestifter“, derjenige, dem am meisten Missgeschicke passieren und der lauteste sein wird. Es wird recht schnell mit einem Stempel belegt werden. Dann kann er sich stundenlang mit Lego oder irgendetwas anderem, das ihn interessiert, beschäftigen.
Bei der AD(H)S-Diagnose wird dann der IQ getestet und wird beim ersten Versuch von der AD(H)S versteckt. Das liegt daran, dass das Kind ja noch nicht mit Medikamenten eingestellt ist und so natürlich nicht die Leistung bringen kann, die es eigentlich könnte. Es empfiehlt sich, eine Testung dann nochmal zu wiederholen, wenn das Kind mit Medikamenten eingestellt ist und dann erforderliche Maßnahmen zu ergreifen.
Ein dritter Weg wäre, dass das Kind sein Leben unter seinen Möglichkeiten bleibt, das es ( von den Eltern und pädagogischen Fachkräften) als Klassenclown, Unruhestifter usw. eingeordnet wird. Dieses Kind wird in die Schublade gesteckt werden. Sein Verhalten wird nicht reflektiert und als normal ( „Es ist halt ein aktives lustiges Kind. So ist er halt) eingestuft. Dass dahinter Langeweile steckt, bekommt kaum keiner mit. Oft fühlen sich diese Kinder anders und entdecken ihre Hochbegabung erst spät im Erwachsenenalter.
Ich habe mal ein paar Prominente herausgesucht, die hochbegabt sind und dazu stehen:
Natalie Portman- Schauspielerin mit einem IQ von 140. Sie spricht 6(!) Sprachen, hat ein abgeschlossenes Studium und studierte an der Universität in Harvard.
Andere hochbegabte Promis sind Emma Watson, James Franco, Shaquira, Arnold Schwarzenegger, Matt Damon, Mayim Bialik und Rowan Atkinson. Wer mehr über diese Personen erfahren will, ohne KI oder wikipedia zu bemühen, dem sei dieser Link empfohlen.
https://www.desired.de/stars/bilderstrecke/diese-stars-sind-schoen-und-klug/#page-2
Wie man sieht, ist auch bei diesem Phänomen ein Super- Leben möglich. Wenn , ja, wenn man diese Begabung gefördert wird, dann muss niemand, der hochbegabt ist, hinter seinen Möglichkeiten zurückbleiben.