Vorschulzauber Tag 20 – mehr Bücherzeit als Fernsehen- geht das überhaupt?

Als ich unsere Kinder bekam, war die Zeit medienmäßig schon so wie sie heute ist. Viele Kinder haben zuviel ( in meinen Augen und in denen vieler Experten) Medien konsumiert. Unsere beiden sind 2019 und 2021 geboren, viel verändert hat sich seit Jahren nicht. Oder vielleicht, dass  Babies schon in ihrem Kinderwagen mit einem Smartphone „beruhigt“ werden . Als Erzieherin sehe ich immer öfter die Babies in ihren Kinderwagen ein Smartphone haltend. Irgendwie traurig.  Dabei gibt es doch schöne „unkaputtbare“ Bücher, die man Kleinkindern an den Wagen hängen könnte.

Irgendwann sind die Fernsehsender ( gerade die Kindersender ) mit soviel Müll in meinen Augen explodiert. Kika, Nickelodeon und Disney Channel sind einige dieser Fernseher, die sich ausschließlich an Kinder richten.  Die Apps noch nicht mal mitgezählt. Viel zu viele Kinderfilme, -serien, die da auf dem Medienmarkt herumschwirren.

Dann gibt es diese PC-Spielekonsolen, deren Firmen seitdem sie auf dem Markt versuchen, ihre Martkanteile zu bekommen und damit die Bücher zu verdrängen. Mit komischen Spielen, die noch nicht mal wie in den 80er Jahren Frustrationstoleranz fördern.

Deshalb war für mich klar, dass unsere Kinder spät und wenig in Berührung mit Medien kommen würden.   Mit der Geburt unseres Sohnes ( der zweite) war die Große 2 1/4 und hatte noch keine Medienerfahrung, sie kannte nur Bücher! Sie hatte nichts, gar nichts gesehen. Weil ich als Erzieherin, Nachhilfelehrerin und Integrative Lerntherapeutin wusste, dass zu viele Medien schlecht sind.  Schlecht fürs Lernen und die Sprachentwicklung. Und für Kinder absolut 2 Jahren unnötig, denn Kinder unter 2 Jahren lernen interaktiv mit Bezugspersonen.  Es gibt Experten, die sprechen sogar davon, dass Medien bis 3 Jahren nichts bringen, eher schädigen.  Und wer will schon Berieselung für seine Kinder?

Deswegen gibt es für uns auch heute viel weniger Medien als Bücher für die Kids. Abends haben wir immer eine Kuschel-.Vorlesezeit und die Kinder bestehen darauf. Bei uns gibts keine Tonie- Box zum Einschlafen, keine Tigerbox, keine irgendwas Box. Ja, aber die Kinder haben einen CD- Player., auf dem selbstständig Hörspiele anhören dürfen. Nur zum Ins- Bett gehen wurde es vielleicht nur einmal angemacht. Die Einschlaflieder von Papa oder Mama ( sogar analog) werden viel lieber angenommen.

Besucher, die vorbei kommen, lesen gerne vor, aber es wird kein Fernsehen geschaut. Denn bei uns geht dann Gemeinschaft vor.

Wenn wir in der Bahn unterwegs sind, sind unsere Kinder die aktivsten. Sie kennen die Regeln und verschwinden ganz selten im bzw. hinter dem Handy, um irgendwas zu spielen. Stattdessen habe ich eigentlich immer so 5 kleine Pixie- Bücher dabei. Nach dem Alter der Kids sortiert. Wenn wir beide mit ihnen unterwegs sind, lesen wir gerne jeweils einem Kind vor. Ansonsten liest einer beiden vor. Was besonders toll ist, dass meistens so den einen oder anderen Passanten gibt, der sich gerne unterhält mit unseren Kindern. Denn die unterhalten sich auch gerne über alles mögliche. Meist gibt es beim Aussteigen Komplimente für die netten Gespräche, die die Passanten geführt haben- mit unseren Kindern. Wir lassen sie, denn ehrliche, analoge Gespräche mit anderen Fahrgästen lassen auch die Kinder wieder ein Stück weit offen werden.

Es gibt so viele Möglichkeiten, die Kinder in der Bahn zu beschäftigen. Vorlesen lieben unsere Kindern!

Wenn ich andere Eltern so höre, ist es ein Stück weit ein alternatives Leben, das wir mit den Kindern so führen. Aber wir finden es gut. Denn wir wissen um die Vorteile. Nächstes Jahr kommt unsere Große in die Schule, da werden wir sehen, inwieweit unsere Medienbildung einzahlt.

Warum denn mehr Lesen und Bücher als Smartphone?- Ist doch bequem mit dem Smartphone,  dann sind die Kids wenigstens ruhig.

Das Argument verstehe ich. Auch ich brauche ab und an mal Ruhe und dann ist eben doch kurz das Smartphone in der Hand meiner Tochter. Memory spielen ist da immer hoch im Kurs.

Es sollte allerdings so sein, dass Bücher mehr frequentiert werden als Filme oder Fernseher als Babysitter, weil die modernen Smartphone und auch das Fernsehen das Gehirn mega verändern und zwar nicht zum Positiven.

Die AOK- einer der größten deutschen Gesundheitskassen- hat bei einer Studie herausgefunden, dass neben  Stressabbau auch viel Entspannung bringt und sogar das Demenzrisiko reduziert wird.

https://www.aok.de/pk/magazin/wohlbefinden/motivation/wie-gesund-ist-lesen-wirklich/

Bei lesenden Kindern ist mittlerweile belegt, dass sie:

  • sich positiver entwickeln
  • größeren Wortschatz und eine höhere Ausdrucksfähigkeit haben
  • in der Schule eine bessere Rechtschreibung
  • höheres Allgemeinwissen

Insgesamt spricht die AOK von einer höheren verbalen Intelligenz.

Auch finde ich, dass die Kinder viel ausgeglichenere und entspannter ist, gerade, wenn in der Abendroutine ein oder zwei Bücher vorgelesen werden. Wenn ihr Kinder habt, wie ist es bei euch? Lest ihr in der Bahn vor oder lasst ihr lieber auf dem Smartphone spielen?

Ab morgen geht es um das Thema Medienkonsum, wozu dieser Artikel eine sehr gute Überleitung war.

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