Eins der Bedürfnisse, die sich nicht ändern, ist die Liebe. Du hast richtig gelesen. Nach Gary Chapman, der die Sprachen der Liebe geschrieben hat, ist Liebe ein Bedürfnis.
Liebe ist kein (flüchtiges) Gefühl, sondern ein grundlegendes Bedürfnis. Bei Vorschulkindern bleibt dieses Bedürfnis konstant, auch wenn sich Verhalten oder Tagesabläufe ändern. Nähe, Wärme und Bestätigung geben ihnen Sicherheit, Bindung und emotionale Stabilität. Wenn Eltern liebevolle Zuwendung schenken, unterstützen sie eine gesunde Entwicklung – vom sicheren Gefühl im Bauch der Familie bis hin zur Vorbereitung auf die Schule.
Marshall Rosenberg, der Begründer der Gewaltfreien Kommunikation, sieht Liebe nicht nur als Gefühl, sondern als ein zentrales Bedürfnis: In dieser Sichtweise liegt eine krasse Möglichkeit, nämlich die, dass Liebe ( das grundlegende Gefühl, von dem Eltern oft erzählen, wenn sie Kinder haben) auch beim Kind ankommt. In den 2000ern habe einmal eine Dokumentation auf ZDF geschaut, in der 14 jährige Mädchen und Jungs zu Hause abhauen und sich von älteren Männern mitnehmen lassen und zur Prostitution verführen lassen. Das ganze freiwillig. Die Teenies, die zurückkamen, wurden befragt, warum sie diesen Schritt gegangen sind. Ihre Antwort hat mich gleichermaßen schockiert, aber auch die Augen geöffnet: Sie haben sich von ihren nicht geliebt gefühlt. Diese Dokumentation hat mir einmal mehr die Augen geöffnet über die Wichtigkeit, irgendwie sicherzustellen, dass die Liebe, die wir für unsere Kinder haben auch ankommt.
Die fünf Liebessprachen für Kinder (nach Gary Chapman) sind so ein hilfreiches Modell, damit Liebe wirklich ankommt: Chapman beschreibt diese 5 Liebessprachen:
- Worte der Ermutigung: Lob, anerkennende Worte, positive Bestärkung.
- Zuwendung/Qualitätszeit: gemeinsame Aktivitäten, ungeteilte Aufmerksamkeit.
- Geschenke: kleine Aufmerksamkeiten, die zeigen, dass man an das Kind denkt.
- Hilfsbereitschaft: Unterstützung im Alltag, Hilfe bei Aufgaben, praktische Fürsorge.
- Körperliche Zuwendung: Umarmungen, Kuscheln, Berührung, Nähe.
Für mich erklärt dieses Modell der 5 Liebessprachen so einiges. Es bringt Klarheit in Sätze wie: Geld alleine macht nicht glücklich und das Kind hat doch alles- zumindest viel mehr als wir damals, es sollte eigentlich glücklich sein und sich geliebt fühlen. Es zeigt aber auch, dass sich oft- nicht immer- Kinder von armen Familien geliebt fühlen und vor gewissen Dingen dadurch gefeit sind.
Wenn du dieses Tool als Eltern nutzen willst, wenn dein Vorschulkind mal wieder „zickig“ oder in deinen Augen „besonders trotzig“ ist, dann stelle dir einmal die nachfolgenden Fragen:
- Wann hast du dein Kind zuletzt ausdrücklich gelobt oder ermutigt?
- Wann hast du das letzte Mal ungestört Qualitätszeit mit deinem Kind verbracht? Welche Aktivität war es, und wie lange? Könntest du regelmäßig kleine Rituale einbauen?
- Wann hast du deinem Kind zuletzt etwas Sinnliches geschenkt, das zeigt, dass du an es denkst (ein kleines Mitbringsel, eine Zeichnung, eine Nachricht)?
- Wann hast du zuletzt konkret geholfen oder deinem Kind bei einer Aufgabe beigestanden, statt sofort zu übernehmen?
- Wann hast du deinem Kind heute oder in dieser Woche körperliche Nähe geschenkt (Umarmung, Kuscheln vor dem Schlafen, einfache Berührung in der Nähe)
Noch ein Hinweis zum Denken über Liebe: Für Marshall Rosenberg ist Liebe kein reines Gefühl, sondern eine Art Verbindung, die Bedürfnisse beachtet. Wenn wir liebevoll kommunizieren, helfen wir unserem Kind, eigene Bedürfnisse zu erkennen und auszudrücken – und lernen gleichzeitig, Konflikte respektvoll zu lösen.
Abschließend: Liebe bleibt ein zentrales Bedürfnis in der gesamten Zeit des Heranwachsens und darüber hinaus. Wenn Eltern bewusst auf verschiedene Liebessprachen setzen und Rosenbergs Sicht der Liebe als Bedürfnisbeziehung integrieren, schaffen sie eine stabile Grundlage für die emotionale Entwicklung ihres Kindes.
Wenn du nun immer noch denkst, dass Liebe nur ein Gefühl ist, dann kann ich dir auch nicht helfen. Wenn du aber mehr zu der Materie wissen möchtest und vor allem interessiert bist, die Liebessprache deines Kindes herauszufinden oder zu lernen, wie du dein Kind mit einer sicheren und soliden psychischen Grundlage entspannt in die Schule begleitest, dann ist das Buch „die 5 Sprachen der Liebe- für Kinder“ eine echte Herzensempfehlung- völlig ohne Provision. Du kannst es hier gleich bestellen.
Was meinst du? Ist Liebe ein Gefühl oder ein Bedürfnis? Oder beides? Warum? Ich freue mich über deine Gedanken in den Kommentaren!